Spaß mit der Bahn
December 8th, 2009Jeder, der öfter Bahn fährt, kennt sicherlich eine Menge “schöner” Geschichten mit der Bahn. Da ich mittlerweile genügend wieder gesammelt habe, hier ein paar schöne:
Partner BahnCard 50
Meine Freundin wollte gerne eine BahnCard haben. Prima dachten wir, es gibt ja die Partner BahnCard zum halben Preis. Gesagt getan und ab zum Bahn-Schalter am Hauptbahnhof Oldenburg. Freundliches Personal und alles gut gelaufen. Vorläufige BahnCard sofort ausgehändigt bekommen.
Nach einiger Zeit (ca. 2-3 Monate) kam ein Schreiben der Bahn, dass noch Fotos einzureichen wären. Daher nachgefragt Mitte Oktober, ob sie zusätzlich zu den abgegebenen Fotos noch weitere bräuchten und wie viele. Keine Antwort, auch nicht auf Rückfragen. Also Ende November nachgehakt, wo denn die BahnCard bliebe. Diesmal kam eine sehr schöbe Antwort: “Die BahnCard wurde längst abgeschickt, aber ist wieder zurückgekommen”.
Das Schöne an der Geschichte: Die letzte BahnCard meiner Freundin hatte eine ähnliche Geschichte. Seit über 10 Jahren an der Adresse wohnhaft, Name steht am Postkasten, Briefträgerin ist die Nachbarin aber die Bahn sagt, dass der Brief als unzustellbar zurück kam. Ein Nachsenden an die exakt gleiche Adresse führte jedoch zum Erfolg. Ob man dem BahnCard Service da glauben darf, weiß ich nicht.
Die neue BahnCard hat sich dann so geklärt, dass meine (also nicht die meiner Freundin) alte Adresse verwendet wurde. Aber auch diese Adresse hätte zum Erfolg führen sollen. Der BahnCard Service versprach, die Karte erneut an die richtige Adresse zu schicken. Die Karte kam auch tatsächlich an: An meine alte Adresse. Natürlich ohne Foto.
Fahrtkostenerstattung
Das kann natürlich auch mal passieren: Ein Zug fällt aus oder verspätet sich (OK, von Frankfurt am Main nach Oldenburg mit dem ICE 776 fällt eigentlich immer aus oder verspätet sich). Dafür gibt es diese schönen Formulare mit den Fahrgastrechten, wenn überhaupt genügend im Zug vorhanden sind, was selten genug passiert. Wenn nun ein Zug ausfällt und vor dem Zielbahnhof der Ersatzzug noch durch einen anderen Ersatzzug ersetzt wird, ist das im Formular natürlich nicht vorgesehen. Da musste auch der ServicePoint tricksen, den ich um Hilfe bat.
Jetzt kam ein Brief von der Servicestelle Fahrgastrechte mit der Nachfrage um die letzte Zugverbindung, die ich tatsächlich genommen habe. Nur leider wird in so einen Brief nicht geschrieben, auf welche Erstattung die sich beziehen. Die interne Vorgangsnummer im Brief hilft natürlich nicht viel, wenn man sie nicht zuordnen kann. Ein Service Point kann bei einer solchen Angelegenheit natürlich auch nicht weiterhelfen…
Erstattung einer Reservierung
Beim Ausfall eines Zuges oder Zugteils kommt es natürlich auch zu einem Verfall der Reservierung. Im Zug wird einem immer wieder gesagt, dass diese Reservierung erstattet wird und zwar bei Online-Tickets einfach online. Nur frage ich mich, wie bzw. mit welchem Formular soll dies funktionieren? Meine Nachfragen bei der Bahn ergaben: Benutzen Sie das Online-Formular dafür. Na toll, welches Online-Formular? Hartnäckiges Nachfragen half: Das Fahrgastrechte Formular für Verspätungen und Zugausfälle. Auf meine Nachfrage, was ich da eintragen soll, da Reservierungserstattungen dort nicht vorgesehen sind, kam nur zurück, ich solle das Formular benutzen.
Die Ökologie der Bahn
Ich gebe es ja zu: Ein Grund, die Bahn zu nutzen, ist mein ökologisches Gewissen. Ich kann es nicht übers Herz bringen, regelmäßig die innerdeutschen Strecken zu fliegen oder mit dem Auto abzufahren. Schließlich wirbt die Bahn auch damit, ökologisch zu sein. Nun ist aber im aktuellen Spiegel (50/2009, S. 18) ein schöner Bericht über die Herkunft des Stroms bei der Deutschen Bahn: 24% Atomkraft, 54% Kohle und 21% erneuerbare Energien (wahrscheinlich die “ökologische” Wasserkraft). Aber die Bahn plant auch für die Zukunft: Neue Verträge mit dem Steinkohlekraftwerk in Mannheim und erweiterte Lieferungen vom E.on Kohlekraftwerk in Datteln. So sieht ökologische Strompolitik aus. Zumindest laufen meine Internet-Server und persönlichen Stromverbrauche Umwelt-schonender…
Ich selbst war immer gegen eine vollständige Privatisierung der Bahn aufgrund der Befürchtung, dass der Service und die Zuverlässigkeit schlechter wird. Was jedoch den aktuellen Stand der Bahn betrifft (siehe bspw. Berliner S-Bahn), sehe ich wenig Potential für Verschlechterungen. Ebenfalls beim Service: Die Service Points können entweder nicht weiterhelfen und verweisen auf weitere Servicestellen (verspätete Züge können nur innerhalb von 5 Tagen beim Service Point bemängelt werden, danach wird man auf die Servicestelle Fahrgastrechte verwiesen, die ca. 2 Monate nach Auskunft der Service Points für die Bearbeitung benötigen) oder sind hoffnungslos überlastet (bei Zugausfall oder nach Ankunft verspäteter Züge).
Die Tendenz beim Bahn-Service scheint mittlerweile zu sein: Die Service direkt am Kunden durch die Zugbegleiter und Service Points wird freundlicher und besser, aber sobald die nicht mehr weiterhelfen können, ist man hoffnungslos im Bahn Service-Dschungel (oder Wüste?) verloren.


