Spaß mit der Bahn

December 8th, 2009

Jeder, der öfter Bahn fährt, kennt sicherlich eine Menge “schöner” Geschichten mit der Bahn. Da ich mittlerweile genügend wieder gesammelt habe, hier ein paar schöne:

Partner BahnCard 50

Meine Freundin wollte gerne eine BahnCard haben. Prima dachten wir, es gibt ja die Partner BahnCard zum halben Preis. Gesagt getan und ab zum Bahn-Schalter am Hauptbahnhof Oldenburg. Freundliches Personal und alles gut gelaufen. Vorläufige BahnCard sofort ausgehändigt bekommen.

Nach einiger Zeit (ca. 2-3 Monate) kam ein Schreiben der Bahn, dass noch Fotos einzureichen wären. Daher nachgefragt Mitte Oktober, ob sie zusätzlich zu den abgegebenen Fotos noch weitere bräuchten und wie viele. Keine Antwort, auch nicht auf Rückfragen. Also Ende November nachgehakt, wo denn die BahnCard bliebe. Diesmal kam eine sehr schöbe Antwort: “Die BahnCard wurde längst abgeschickt, aber ist wieder zurückgekommen”.

Das Schöne an der Geschichte: Die letzte BahnCard meiner Freundin hatte eine ähnliche Geschichte. Seit über 10 Jahren an der Adresse wohnhaft, Name steht am Postkasten, Briefträgerin ist die Nachbarin aber die Bahn sagt, dass der Brief als unzustellbar zurück kam. Ein Nachsenden an die exakt gleiche Adresse führte jedoch zum Erfolg. Ob man dem BahnCard Service da glauben darf, weiß ich nicht.

Die neue BahnCard hat sich dann so geklärt, dass meine (also nicht die meiner Freundin) alte Adresse verwendet wurde. Aber auch diese Adresse hätte zum Erfolg führen sollen. Der BahnCard Service versprach, die Karte erneut an die richtige Adresse zu schicken. Die Karte kam auch tatsächlich an: An meine alte Adresse. Natürlich ohne Foto.

Fahrtkostenerstattung

Das kann natürlich auch mal passieren: Ein Zug fällt aus oder verspätet sich (OK, von Frankfurt am Main nach Oldenburg mit dem ICE 776 fällt eigentlich immer aus oder verspätet sich). Dafür gibt es diese schönen Formulare mit den Fahrgastrechten, wenn überhaupt genügend im Zug vorhanden sind, was selten genug passiert. Wenn nun ein Zug ausfällt und vor dem Zielbahnhof der Ersatzzug noch durch einen anderen Ersatzzug ersetzt wird, ist das im Formular natürlich nicht vorgesehen. Da musste auch der ServicePoint tricksen, den ich um Hilfe bat.

Jetzt kam ein Brief von der Servicestelle Fahrgastrechte mit der Nachfrage um die letzte Zugverbindung, die ich tatsächlich genommen habe. Nur leider wird in so einen Brief nicht geschrieben, auf welche Erstattung die sich beziehen. Die interne Vorgangsnummer im Brief hilft natürlich nicht viel, wenn man sie nicht zuordnen kann. Ein Service Point kann bei einer solchen Angelegenheit natürlich auch nicht weiterhelfen…

Erstattung einer Reservierung

Beim Ausfall eines Zuges oder Zugteils kommt es natürlich auch zu einem Verfall der Reservierung. Im Zug wird einem immer wieder gesagt, dass diese Reservierung erstattet wird und zwar bei Online-Tickets einfach online. Nur frage ich mich, wie bzw. mit welchem Formular soll dies funktionieren? Meine Nachfragen bei der Bahn ergaben: Benutzen Sie das Online-Formular dafür. Na toll, welches Online-Formular? Hartnäckiges Nachfragen half: Das Fahrgastrechte Formular für Verspätungen und Zugausfälle. Auf meine Nachfrage, was ich da eintragen soll, da Reservierungserstattungen dort nicht vorgesehen sind, kam nur zurück, ich solle das Formular benutzen.

Die Ökologie der Bahn

Ich gebe es ja zu: Ein Grund, die Bahn zu nutzen, ist mein ökologisches Gewissen. Ich kann es nicht übers Herz bringen, regelmäßig die innerdeutschen Strecken zu fliegen oder mit dem Auto abzufahren. Schließlich wirbt die Bahn auch damit, ökologisch zu sein. Nun ist aber im aktuellen Spiegel (50/2009, S. 18) ein schöner Bericht über die Herkunft des Stroms bei der Deutschen Bahn: 24% Atomkraft, 54% Kohle und 21% erneuerbare Energien (wahrscheinlich die “ökologische” Wasserkraft). Aber die Bahn plant auch für die Zukunft: Neue Verträge mit dem Steinkohlekraftwerk in Mannheim und erweiterte Lieferungen vom E.on Kohlekraftwerk in Datteln. So sieht ökologische Strompolitik aus. Zumindest laufen meine Internet-Server und persönlichen Stromverbrauche Umwelt-schonender…

Ich selbst war immer gegen eine vollständige Privatisierung der Bahn aufgrund der Befürchtung, dass der Service und die Zuverlässigkeit schlechter wird. Was jedoch den aktuellen Stand der Bahn betrifft (siehe bspw. Berliner S-Bahn), sehe ich wenig Potential für Verschlechterungen. Ebenfalls beim Service: Die Service Points können entweder nicht weiterhelfen und verweisen auf weitere Servicestellen (verspätete Züge können nur innerhalb von 5 Tagen beim Service Point bemängelt werden, danach wird man auf die Servicestelle Fahrgastrechte verwiesen, die ca. 2 Monate nach Auskunft der Service Points für die Bearbeitung benötigen) oder sind hoffnungslos überlastet (bei Zugausfall oder nach Ankunft verspäteter Züge).

Die Tendenz beim Bahn-Service scheint mittlerweile zu sein: Die Service direkt am Kunden durch die Zugbegleiter und Service Points wird freundlicher und besser, aber sobald die nicht mehr weiterhelfen können, ist man hoffnungslos im Bahn Service-Dschungel (oder Wüste?) verloren.

OFFIS – Beitrag zur Stadt der Wissenschaft (Hearing at Home)

September 18th, 2009

Ein interessantes Video des OFFIS über das Projekt Hearing at Home (Webseite leider nur Englisch) kann man sich bei Youtube anschauen. Es zeigt, inwiefern Technologie es schwerhörigen Menschen ermöglichen kann, am gesellschaftlichen Leben dennoch problemlos teilzunehmen.

Interessantes Projekt, nur leider noch nicht zum Kaufen (obwohl wohl genug Interessenten dafür da sind).

XML-RPC Server für Python mit SSL und Basic Authentication

August 27th, 2009

Nachdem ich mit einigem Googlen und Quellen durchlesen es geschafft habe, einen XML-RPC Server inclusive SSL und Basic Authentication für Python zu erstellen, möchte ich es euch nicht vorhalten. Wer weiß, vielleicht sucht jemand gerade sowas :-)

Als Framework wird Twisted verwendet. Der Vorteil ist, dass das Framework bereits viel Arbeit abnimmt und schöner zu konfigurieren ist, als der Python eigene XML-RPC Server (meine Meinung!).

Zuerst brauchen wir ein Realm, welcher eine Resource für authentifizierte Benutzer zurückliefert. Wir wollen das ganz einfach halten und geben nur ein Objekt der Klasse zurück, die den XML-RPC Server darstellt:

class SimpleRealm(object):
    """
    A realm which gives out L{GuardedResource} instances for 
    authenticated users.
    """
    implements(IRealm)

    def requestAvatar(self, avatarId, mind, *interfaces):
        if resource.IResource in interfaces:
            return xmlrpc.XMLRPC, ServiceObject(), lambda: None
        raise NotImplementedError()

Dann brauchen wir ein “ServiceObject”, welches die Methoden für den Server implementiert:

class ServiceObject(xmlrpc.XMLRPC):
    def xmlrpc_test(self, year, month):
        return calendar.month(year,month)

Der Server macht nichts anderes, als einen Kalender für den angegebenen Monat und Jahr zurückzugeben.

Als letztes brauchen wir noch den Code, das alles zusammenbastelt und den Server startet:

if __name__ == ‘__main__’:
    checkers = 
        [InMemoryUsernamePasswordDatabaseDontUse(joe='blow')]
    wrapper = guard.HTTPAuthSessionWrapper(
        Portal(SimpleRealm(), checkers),
        [guard.BasicCredentialFactory('localhost')])
    if (SSL):
        sslCF=DefaultOpenSSLContextFactory(KEYFILE,CERTFILE)
        reactor.listenSSL(PORT, server.Site(resource = wrapper),sslCF)
    else:
        reactor.listenTCP(PORT, server.Site(resource = wrapper))
    reactor.run()

joe=’blow’ ist die User/Passwort Kombination. Die InMemoryDatabase sollte natürlich nicht produktiv genutzt werden, wie der Name schon sagt. Dafür gibt es bspw. die FilePasswordDB. Irgendwo müssen noch die Variablen definiert werden:

PORT = 8888
SSL = True
KEYFILE = "key.pem"
CERTFILE = "cert.pem"

Das KEYFILE und CERTFILE muss dazu vorhanden sein. Bei PHP Magazine gibt es eine Anleitung, wie man sich für Tests die Zertifikate selbst ausstellen kann.

Wenn der Server dann läuft, kann man mit einem beliebigen XML-RPC Client darauf zugreifen. Hier als Beispiel der Python xmlrpcclient:

import xmlrpclib

PORT = 8888
SERVER= "localhost"
SSL = True
USER = "joe"
PASSWORD = "blow"

# generate URL
URL=USER+":"+PASSWORD+"@"+SERVER+":"+str(PORT)

if (SSL):
    #using no ssl
    server = xmlrpclib.ServerProxy("https://"+URL)
else:
    #using ssl
    server = xmlrpclib.ServerProxy("http://"+URL)

print server.test(2009,8)

Viel Spaß damit!

10 Drogen, die man nicht beim Autofahren nehmen sollte

August 13th, 2009

Ein sehr lustiger Beitrag von Michael Kessler zeigt, welche Drogen man nicht beim Autofahren nehmen sollte:

(gefunden bei Gilly’s playground)

Sportliche Herausforderung – Deutschlandlauf

July 24th, 2009

Es soll ja Leute geben, denen ein 10km Lauf nicht ausreicht. Kein Problem, es gibt ja auch Halbmarathon und Marathon. Da ist man schon über 42km unterwegs und sollte ausgepowert sein. Das reicht auch noch nicht? Dann ab zum Rennsteiglauf, das sind dann 72,7km, die es zu laufen gibt. Das sollte dann reichen.

Jetzt gibt es aber auch die Leute, denen auch 72,7km noch nichts anhaben und die auch nicht unbedingt einen Iron Man laufen/fahren/schwimmen möchten. Für die habe ich jetzt etwas gefunden: Den Deutschlandlauf!

Der Deutschlandlauf ist ein 17-tägiger Lauf quer durch Deutschland. Da heißt: 17 Tage laufen! Die Wettkampfstrecke war 2008 ca. 1.205km lang, das entspricht ca. 70,88km pro Tag und das 17 Tage hintereinander. Ich persönlich habe sehr großen Respekt vor den Läufern, da ich weiß, dass ich derzeit nicht einmal ansatzweise einen Tag durchlaufen könnte. Die Mindestgeschwindigkeit beträgt 6km/h beim Lauf.

Für die Leute, denen das nicht reicht, gibt es natürlich noch mehr: den Transeuropalauf. Das sind dann 5.100km in 64 Tagen, also 79,7km pro Tag im Schnitt. Wer sich mal ein Bild davon machen möchte: Der Streckenverlauf.

Alan Corey’s (Million Bucks by Thirty) Interview bei "Big Idea" (CNBC)

June 29th, 2009

Alan Corey, Autor von A Million Bucks by 30, hat ein kurzes interessantes Interview bei "Big Idea" auf CNBC gegeben. Ist ganz interessant anzuschauen :-)

Ich habe Alan in New York als Mitarbeiter kennen gelernt. Mir ist er insbesondere durch seine sehr nette Art und durch Aktivitäten für Improv Everywhere im Gedächtnis geblieben. Beim MP3 Experiment III habe ich ihn auch live in Aktion als Sonne miterlebt. Auf einem Bild bin ich auch vertreten (rechts, dkl. blaues Shirt, ich war in der Regengruppe):

Alan hat dieses auch Jahr geheiratet, was man kaum glauben kann, wenn man nur sein Buch gelesen hat :-) Wer mal die Chance hat, Alan kennenzulernen (sei es durch Improv Everywhere oder als Vermieter), es lohnt sich :-)

Internetzensur: Die SPD ist umgefallen, jetzt auf FDP, Grüne und Linke hoffen

June 17th, 2009

Ein interessanter Trend, der sich bei den letzten Wahlen abzeichnete ist, dass die CDU und SPD verliert und die "kleinen" Parteien FDP, Grüne und Linke (und auch viele andere wie die Piraten) hinzugewinnen. Warum das so ist? Vermutlich, weil diese Parteien sich anhören, was sich die Bürger wünschen.

Nachdem die CDU-Familienministerin die Internetzensur durchboxen will, hatte die SPD die Möglichkeit, dagegen zu stimmen und zu zeigen, dass eine Demokratie nur ohne Zensur funktioniert. Im Iran haben wir jetzt gesehen, wohin eine Zensur führen kann. Auch wenn wir jetzt keine Zustände wie im Iran fürchten müssen, so muss dennoch klar sein, dass die Staatsrepressalien in der Regel schleichend kommen und eine funktionierende Zensurmöglichkeit ist ein perfekter Anfang dafür. Die weiteren Zensurmöglichkeiten stehen ja bereits an: Tauschbörsen und andere Straftaten.

Ein Teil der SPD hat erkannt, dass eine Zensur nicht gut ist und einen Parteitagsantrag eingereicht, dass die Zensur nicht durchkommen soll. Dieser ist jedoch gescheitert. Auf die SPD ist nun scheinbar nicht mehr zu hoffen, wer eine freie, unzensierte Demokratie haben möchte, zumindest hat der CCC aus dem Grund Gespräche mit der SPD abesagt, genau wie der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur.

Daher bleibt nur noch die Möglichkeit, die "kleinen" Parteien zu wählen, damit unsere Demokratie so frei bleibt wie bisher. Oder stellt euch vor, die Regierung schreibt demnächst auf, mit dem ihr Briefkontakt habt und von wo ihr den Brief geschrieben habt (mit dem Telefon und dem Internetverkehr geschieht dies bereits). Danach wird eingeschränkt, mit wem ihr Briefe schreiben dürft (wie bei der Internet-Zensur). Der letzte Schritt ist das Öffnen von Briefen, natürlich nur von potentiellen Straftaten. Schließlich werden Kinderpornos auch über die Deutsche Post verschickt!

Es wurden über 130.000 Unterschriften gegen die Internetzensur gesammelt, womit es die größte Online-Petition des Bundestages ist. Das Ergebnis ist: nichts! Bzw. etwas ist es schon: Ignoranz des Bundestages.

Die größte Hoffnung liegt nun im Bundesrat, bei dem die "kleinen" Parteien nun die Internetzensur aufhalten können.

Demonstration gegen die Absage der Intel Friday Night Game in Karlsruhe

June 12th, 2009

Computerspieler sind eine der Gruppen, die für die ältere Generation meist unnahbar ist und etwas mystisches ausstrahlt. Das sind doch die Leute, die vor dem Computer vereinsamen und sich in eine fremde Welt flüchten, weil sie in dieser nicht klar kommen. Wenn diese Spieler dann auch noch Spiele spielen, in denen Kriege simuliert werden oder man gegen andere Wesen kämpft, hat man sofort die nächsten Amokläufer in den Schulen. Selbstverständlich sind nicht diejenigen die Amokläufer, die Waffen besitzen oder an dieser vom Staat sogar ausgebildet werden. Nein, es sind immer die, die am Computer spielen.

Die Politik hat daher nach dem Amoklauf von Winnenden nicht die stattfindene Waffenmesse, auf der Waffen ausgestellt werden, die für den nächsten Amoklauf genutzt werden können, verboten. Es wurde stattdessen die Intel Friday Night Game "abgesagt". Dabei handelt es sich um eine Zusammenkunft von Computerspielern, die im Team gemeinsam spielen. Aber scheinbar ist hier keine Veranstaltung von einsam vorm Computer sitzenden Spielern abgesagt worden, sondern von Menschen wie du und ich. Diese Menschen verstehen nicht, warum eine Waffenmesse stattfinden darf, aber keine friedliche Computerspieleveranstaltung.

Hier eine Videozusammenfassung der Demonstration:

Versteht mich nicht falsch, ich bin weder gegen eine Waffenmesse noch gegen die Ausbildung an der Waffe. Beides kann durchaus Sinn ergeben, aber eine populistische Absage einer Spieleveranstaltung ist nichts, was in diesem Fall weiterhilft. Gegen Minute sechs in dem Video sprach eine Mutter von einem Spieler wahre Worte, nämlich dass die Eltern sich auch mit den Kindern beschäftigen sollen, wenn diese älter als 5 oder 6 Jahre sind. Die meisten Amokläufer sind solche, die soziale oder psychische Probleme hatten, um die sich keiner gekümmert hat. Zusätzlich konnten sie noch ungehindert an Waffen gelangen, die beispielsweise die Eltern nicht ordnungsgemäß lagerten.

Französisches Verfassungsgericht kippt Internet-Sperren Gesetz

June 11th, 2009

Das französische Verfassungsgericht (Conseil constitutionnel) hat das Gesetz für Internet-Sperren gekippt. Das Gesetz sollte es den Behörden erlauben, einen Internet-Anschluss nach dreimaligem illegalen Download sperren zu lassen. Das Verfassungsgericht sah das Gesetz insbesondere aus folgendem Kritikpunkt als verfassungswidrig an:

Das in der Menschenrechtserklärung fest geschriebene Recht auf Informationsfreiheit kann nur von Richtern und nicht von Behörden aufgehoben werden. In der heutigen Zeit stellen Online-Dienste einen wichtigen Punkt zur Informationsfreiheit dar.

Das Modell, welches die französischen Politik durchsetzen wollten, ist das so genannte “Three strikes“, das bedeutet, dass man nach dem dritten Vergehen zur Rechenschaft gezogen wird. Insbesondere in den USA gibt es dieses Gesetz häufig und die “Rechenschaft” ist oft eine lebenslange Gefängnisstrafe. Die Musikindustrie hofft, dass sich diese Modell (wenn auch in abgeschwächter Version) auch auf die illegalen Kopien anwenden lässt.

Auf europäische Eben hat das EU-Parlament diesem Gesetz jedoch eine Absage erteilt. Jetzt bleibt es zu hoffen, dass die Entscheidung des EU-Parlaments akzeptiert wird. Und ja: Dieses EU-Parlament ist das, welches letzten Sonntag u.a. in Deutschland gewählt wurde und solche entscheidenden Gesetze mitbestimmen kann!

Heute Kinderpornografie, morgen Straftaten, übermorgen unbeliebte polititische Meinungen – Die Zensur kommt!

June 6th, 2009

Nachdem die Politiker das Internet zensieren wollen, um Kinderpornografie zu verstecken (anstatt etwas dagegen zu tun), redet Wiefelspütz bereits davon, auch andere Straftaten durch die Zensur beseitigen zu lassen. Der nächste Schritt nach den Straftaten dürften politische Meinungen sein, die gerade nicht ins politische Bild der herrschenden Parteien ist. Man könnte mit rechts- und linksradikalen Inhalten anfangen, dann bspw. Seiten aus Ländern wie dem Iran sperren und langsam auf die gemäßigteren Seiten übergehen. Wenn die radikalen gesperrt sind, werden die nicht so radikalen im Verhältnis zur "Mitte" ja radikaler. Vielleicht werden die gesperrten Seiten ja einfach Feindseiten (angelehnt an die Feindsender) genannt. Auch wenn wir in einer parlamentarischen Demokratie leben, sehe ich ernsthafte Gefahren darin, die Freiheit der Menschen in Bezug auf Informationen durch Zensur einzuschränken. Denn wenn die Politik nichts zu verbergen hat, braucht sie diese Schritte auch nicht zu gehen.

Für die Europawahl morgen ist damit die Entscheidung gegen die SPD endgültig gefallen. Ich lasse meine Freiheit nicht einschränken!

Mineau Mineralwasser ist tatsächlich von Vilsa

May 27th, 2009

Viele, die Vilsa Wasser kennen, dürften auch Mineau kennen. Einige meiner Verwandten haben früher Vilsa gekauft und kaufen jetzt Mineau, meist aufgrund des Preises. Die Flaschen sehen sich auch zum Verwechseln ähnlich. Nachdem wir häufig diskutiert haben, von wem Mineau denn tatsächlich ist, habe ich heute mal kurz recherchiert.

Die Domain mineau.de ist auf Fa Vilsa Brunnen O. Rodekohr GmbH & Co. KG registriert, also den Hersteller von Vilsa Wasser. Auf der Webseite ist nur leider nichts hinterlegt, also ist dies nur ein Hinweis, aber keine Gewissheit.

Der nächste Schritt war das Markenregister. Mineau ist eine angemeldete Marke und wird auf den Flaschen auch mit dem (R) als solche gekennzeichnet. Ein Blick bei der DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt)  brachte dann die Gewissheit: Mineau wurde am 3. Februar 2000 für "VILSA-BRUNNEN O. Rodekohr GmbH & Co. KG, 27305 Bruchhausen-Vilsen, DE" eingetragen.

Damit dürfte die Frage der Herkunft geklärt sein. Leider konnte ich nicht rausfinden, ob Mineau aus der gleichen Quelle wie Vilsa gewonnen wird. Vilsa hat meines Wissens acht Quellen rund um Bruchhausen-Vilsen. Eventuell handelt es sich also doch nicht um das identische Wasser, aber zumindest Ähnlichkeiten sollten existieren.

Glaubwürdigkeit der Pro7 Nachrichten und warum wir die öffentlichen Sender brauchen

May 27th, 2009

Es gibt ja einige Fernsehzuschauer, die die Seriosität von Nachrichtensendungen auf Privatsendern stark anzweifeln. RTL versucht viel, dieses Image zu beseitigen, Sat1 hat erst die eigene Redaktion abgeschafft und dann doch etwas zurück gerudert. Was in den USA funktioniert, ist hier in Deutschland eher nicht so populär: Spartensender. Die meisten Sender in Deutschland zeigen ein Vollprogramm incl. Nachrichten.

Pro Sieben jedoch versucht anscheinend viel, dieses Image zu zerstören. Michael Marx, der Anchorman (also "Haupt-Nachrichtensprecher") von Pro Sieben hat u.a. am 13. März einen Newsbeitrag über einen Menschen gebracht, der in einem New Yorker Krankenhaus geboren sein soll und sofort extrem schnell alterte. Der Beitrag war so nicht von Nachrichten zu unterscheiden und eher geschmacklos.

Die Nachrichten an sich auf Pro Sieben mögen nicht immer das allerhöchste Niveau haben, aber damit wird selbst das vorhandene Niveau noch untergraben. Das erinnert mich an RTL2, wo die Programmvorschau immer in den Nachrichten integriert war (oder nicht ist?).

Das Video des Pro Sieben Nachrichtenbeitrags ist im Blog von Mac and Mobile verlinkt. Nähere Details gibt es auch im FAZ Fernsehblog.

Zitate raten

May 13th, 2009

Heute habe ich ein lustiges Spiel: “Zitate raten”:

Wer könnte folgendes Zitat gesagt haben?

was soll denn ein “Computer” sein, was soll “Internet” sein?

Ich habe diese Begriffe noch nie gehört oder gelesen. Ich stamme nämlich aus dem vergangenen Jahrtausend.

DNS, TLD, GAGA, GOGO, TRALAFITTI oder was?

Na, eine Ahnung?

Kleiner Tipp: Innenpolitik und SPD.

Immer noch nicht?

Innenpolititischer Sprecher der Bundes-SPD?

Richtig ist: Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB (SPD)

Und wer mir nicht glaubt, kann gerne selbst nachprüfen: http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_dieter_wiefelspuetz-650-5785–f180717.html#q180717

AJAX, REST Cross-Site-Scripting Sperre

May 12th, 2009

Wer mit AJAX und REST rumspielt/entwickelt steht ab und an vor dem Problem, dass die Cross-Site-Scripting Sperre des Browsers zuschlägt. Es darf nämlich nur von der Adresse nachgeladen werden, von der die Seite an sich auch geladen wird. Macht Sinn im Internet, damit möglich Lücken nicht genutzt werden, ist aber ärgerlich während der Entwicklung. Leider wird der Port der URL auch mit in Betracht gezogen, es reicht also nicht, einen möglicherweise zweiten Server, von dem Daten nachgeladen werden sollen, mit einem anderen Port laufen zu lassen.

Die Lösung ist somit ein Proxy, der auf dem gleichen Server, der die HTML-Seiten ausliefert, läuft. Dieser Proxy leitet die Aufrufe an den Server weiter, der die Daten bereitstellt und gibt die Antwort wieder zurück. Das JavaScript merkt somit nicht, dass die Daten in Wirklichkeit von einer anderen Stelle kommen.

Eine Quick&Dirty Lösung für den Apache aktiviert den Proxy und leitet bestimmte Anfragen per Rewrite um. Dazu wird dem Proxy erlaubt, alles weiterzuleiten:

ProxyRequests On
ProxyVia On

<Proxy *>
  Order deny,allow
  Allow from all
</Proxy>

Danach erstellt man eine RewriteRule zum Beipsiel in der .htaccess oder in der Apache-Config im VirtualHost Bereich:

RewriteEngine on
RewriteRule ^/proxy/(.*)  http://SERVERIP:8080/$1 [P,L]

Die Server-IP muss mit der IP oder der Domain vom Server ersetzt werden, von dem die realen Daten kommen. Die 8080 ist als Beispiel für einen Port gegeben. Wenn beim Server keiner angegeben ist, kann der auch hier weggelassen werden. Hiernach sollte alles laufen.

Wenn der Proxy im Apache nicht aktiviert ist, muss das Modul erst noch geladen werden. Bei Ubuntu kann das Proxy Modul folgendermaßen aktiviert und geladen werden:

sudo a2enmod proxy
sudo a2enmod proxy_http
sudo /etc/init.d/apache2 force-reload

Viel Spaß damit und dran denken: Die vorgestellt Lösung ist Quick&Dirty und sollte so nicht auf Produktivsystemen und anderen öffentlich erreichbaren Diensten eingesetzt werden, insbesondere weil der Proxy wirklich alles weiterleitet.

Python und REST

May 6th, 2009

Wer REST Webservices mit Python erstellen möchte, steht vor vielen möglichen Lösungen dafür. Insbesondere wenn es für einen Prototypen schnell gehen soll, sollte man ein fertiges Framework dafür nutzen. Einige, die dafür in Frage kommen, sind CherryPy, web.py, Pylons, Django, selector und yaro.

CherryPy

CherryPy ist ein "richtiges" Web-Framework, also nicht nur für Webservices, sondern auch für komplexere Webseiten. Ein kurzes Beispiel für einen REST Webservice in CherryPy gibt es bei stackoverflow. Ein Cherrypy Tutorial gibt es im CherryPy Wiki.

web.py

web.py ist ebenfalls ein Web-Framework, aber wesentlich leichtgewichtiger als CherryPy. Ein Beispiel für ein REST Webservice (entnommen von der web.py Homepage):

import web
urls = (
    '/(.*)', 'hello'
)
app = web.application(urls, globals())

class hello:
    def GET(self, name):
        if not name:
            name = 'world'
        return 'Hello, ' + name + '!'

if __name__ == "__main__":
    app.run()

Ein weiteres Beispiel gibt es bei jhcore.com.

Pylons

Pylons ist auch ein Web-Framework. Auf Pylon bin ich durch Luchitas Blog gestoßen. REST kann mittels decorators in das Framework integriert werden. Mehr dazu in der Pylons Doc.

Django

Django dürfte wohl eines der bekanntesten Python Web Frameworks sein. Insbesondere mit dem Django REST Framework ist auch damit eine einfache REST Implementierung machbar. Siehe auch bei stackoverflow.

Selector und yaro

Selector und yaro sind beides einfach WSGI Frameworks. Insbesondere wenn man durch die obigen Frameworks nicht zu stark eingeschränkt sein möchte, könnten diese einen Versuch wert sein.

 

Wer trotzdem noch weitere Frameworks anschauen möchte, findet im Python Wiki noch mehr. Viel Spaß und Happy Coding!

Kleines Update: Wer die Services dann noch öffentlich laufen lassen möchte und nicht nur auf seinem Entwicklungssystem, sollte sich mal die Google App Engine anschauen. Es handelt sich um eine Python (oder Java) Sandbox, in der man seine gesamte Applikation kostenfrei (bis zu relativ hoch gesteckten Grenzen) auf der Google Infrastruktur laufen lassen kann.

Glücksspiele werden wohl nicht im Internet zensiert

April 27th, 2009

Alle, die Glücksspiele im Internet betreiben, brauchen sich vor der Internet-Zensur wohl nicht zu fürchten. Wie der Focus im November 2008 berichtete, wollte das hessische Innenministerium und die Staatliche Lotterieverwaltung in Bayern den Zugriff auf ausländische Glücksspielangebote im Internet sperren lassen. Dies sollte, wie bei Kinderpornographie, "freiwillig" durch die Provider geschehen. Diese Zensur passte Frau von der Leyen jedoch nicht in den Kram, angeblich, weil dadurch die Kinderporno-Sperre nicht mehr aussagekräftig genug wäre.

Interessant ist nun, wenn man sich die Familie von Ursula von der Leyen anschaut: Ihr Bruder, Hans-Holger Albrecht, ist laut BooCompany Vorstandsvositzender der MTG (Modern Times Group) in Schweden. bet24.com, ein Online-Glücksspielanbieter, gehört MTG. Selbstverständlich kann daraus nicht geschlossen werden, dass der Bruder Frau von der Leyen aus diesem Grund dazu bringen wollte, Online-Glücksspiele nicht zu sperren. Trotzdem hinterlässt es einen schlechten Beigeschmack.

Und noch was: 20% der Internetnutzer sind laut Ursula von der Leyen zum Teil schwer Pädokriminelle und geschult in dem widerwärtigen Geschäft. Das sagte sie in einem Interview mit Radio Eins. Zitat aus Telepolis (teilweise Abschrift des Interviews):

Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.

Wie schäle ich ein Ei, ohne es wirklich zu schälen, in Rekordzeit

April 26th, 2009

Wer schon immer seine Eier-Pellzeit erhöhen wollte, aber dem spannende Ideen fehlen, der sollte sich Tim Ferris Video zum "Eier pulen" anschauen. Nachteil ist, dass es nicht im Hotel mit den Eiern funktioniert, da man die Eier zuvor mit einem Teelöffel Backpulver (baking soda) kochen musste.

Viel Spaß damit!

Unschuldsvermutung bei Kinderpornographiebesitz ausgehebelt

April 22nd, 2009

Auch wenn viele bereits argumentieren, dass die Kinderporno-Sperre niemandem wirklich weiter hilft, hat das Bundeskabinett die heftig umstrittene Gesetzesinitiative verabschiedet. Anstatt also etwas gegen die Anbieter von Kinderpornographie zu machen, wird der Weg gegangen, die Augen zu schließen. Denn was man nicht sieht, gibt es auch nicht.

Viele können sich bestimmt an Jörg Tauss (SPD) erinnern. Tauss hat sich engagiert (aber auch naiv) gegen Kinderpornographie eingesetzt und versucht, die Hintergründe zu ermitteln. Wegen des Verdachts auf Kinderpornographie wurde seine Immunität aufgehoben und seine Wohnung durchsucht. Ob seine Kritik an der geplanten Internetzensur ein Grund für die Aufhebung der Immunität war, ist jedoch unklar. Klar ist jedoch, dass der Vorsitzende des Immunitätsausschuss, Thomas Strobl (CDU), laut taz in Baden-Württemberg politischer Kontrahent von Tauss ist und gleichzeitig Schwiegersohn von Wolfgang Schäuble, dem er mehrfach durch Haltungen u.a. gegen das BKA-Gesetz und gegen die Internetzensur auf den Schlips trat.

Unsere Familienministerin, Ursula von der Leyen, scheute sich jedoch nicht, vor Journalisten widerwärtige Kinderpornos zu zeigen. Ohne Konsequenzen.

Wohin eine einmal angefangene Internetzensur führen kann, zeigen Belgien und Groß-Britannien. In Belgien können alle Seiten gesperrt werden, die gegen die "öffentliche Ordnung" oder die "guten Sitten" verstoßen. Eine unliebsame politische Äußerung oder Gegner von bestimmten politischen Vorgängen können somit selbstverständlich auch schnell ausgeschaltet werden. Da die Sperrlisten dazu noch geheim sind und auch kein Richter jemals darüber schauen soll, gibt es auch keine Kontrollmöglichkeiten, was gesperrt wird. In Groß-Britannien wird von der British Telecom hingegen The Pirate Bay gesperrt. The Pirate Bay ist eine legale Plattform um Verlinkungen zu Videos, Musik etc. zu verteilen.

Bei der Gesetzesinitiative zeigt sich jetzt aber, wo der Weg hingehen soll. Steht auf dem Stopp-Schild noch, dass die Daten des Besuchers der "Stopp-Seite" nicht erfasst werden, wurde das in der Initiative geändert. Sämtliche IP-Adressen sollen nun mit Zeitpunkt des Besuches den Strafermittlungsbehörden weitergegeben werden. Zur Folge hat es, dass der Empfang einer E-Mail oder der Klick auf einen Link wie http://tinyurl.com/7ca9v (zeigt auf spiegel.de) bereits geloggt werden kann und man damit als Kipo-Verdächtiger erfasst wird (und irgendwas bleibt ja immer hängen…). Und das schön ist, dass man nachweisen muss, dass man diese Seite nicht besuchen wollte:

"Der Rechtsstaat verlangt laut der SPD-Politikerin [Zypries] aber auch, dass die über die Stopp-Seite ausfindig gemachten Straftäter verfolgt und anklagt werden. [...] Eine Strafbarkeit liege schon in dem Moment vor, wenn er nicht nachweisen könne, dass es sich um ein Versehen oder eine automatische Weiterleitung gehandelt habe."

Dabei sollte man bemerken, dass man vorher nicht wissen kann, dass der Besuch einer Seite strafrechtlich relevant sein könnte. Die Liste der verbotene Seite ist schließlich geheim.

Niemals aufgeben!

March 31st, 2009

Manchmal kann es motivierend sein, zu sehen, dass es anderen Menschen schlechter als einem selbst geht. Auch wenn es sich egoistisch anhört, so sagt es dennoch: "Hey, schau deine Situation an und erkenne, dass es dir gar nicht so schlecht geht. Es gibt Menschen, denen es noch schlechter geht, aber die trotzdem damit klar kommen".

Wenn man sich jetzt vorstellen soll, dass ein Mensch ohne Arme und Beine leben kann und dabei glücklich ist, so fällt einem das wohl schwer. Und ehrlich gesagt finde ich, dass ein Mensch ohne Arme und Beine schon ein verdammt schweres Leben hat und so schlecht kann es einem kaum gehen.

Nick Vujicic ist dieser Mensch. Und bevor ich mehr sage, schaut euch die folgenden zwei Videos an:

Projektmonitor für agile Entwicklung

March 28th, 2009

Wer gerne mit Dashboards arbeitet, um eine schnelle Übersicht über den aktuellen Projektstand zu bekommen, wird begeistert vom Scrum Sprint Monitor auf codeplex (gefunden in Christian Binders Blog) sein:

Jetzt nur noch ein großen Flachbildschirm an die Wand hängen und mit aktuellen Projektstand füttern.