Archive for June, 2009

Alan Corey’s (Million Bucks by Thirty) Interview bei "Big Idea" (CNBC)

Monday, June 29th, 2009

Alan Corey, Autor von A Million Bucks by 30, hat ein kurzes interessantes Interview bei "Big Idea" auf CNBC gegeben. Ist ganz interessant anzuschauen :-)

Ich habe Alan in New York als Mitarbeiter kennen gelernt. Mir ist er insbesondere durch seine sehr nette Art und durch Aktivitäten für Improv Everywhere im Gedächtnis geblieben. Beim MP3 Experiment III habe ich ihn auch live in Aktion als Sonne miterlebt. Auf einem Bild bin ich auch vertreten (rechts, dkl. blaues Shirt, ich war in der Regengruppe):

Alan hat dieses auch Jahr geheiratet, was man kaum glauben kann, wenn man nur sein Buch gelesen hat :-) Wer mal die Chance hat, Alan kennenzulernen (sei es durch Improv Everywhere oder als Vermieter), es lohnt sich :-)

Internetzensur: Die SPD ist umgefallen, jetzt auf FDP, Grüne und Linke hoffen

Wednesday, June 17th, 2009

Ein interessanter Trend, der sich bei den letzten Wahlen abzeichnete ist, dass die CDU und SPD verliert und die "kleinen" Parteien FDP, Grüne und Linke (und auch viele andere wie die Piraten) hinzugewinnen. Warum das so ist? Vermutlich, weil diese Parteien sich anhören, was sich die Bürger wünschen.

Nachdem die CDU-Familienministerin die Internetzensur durchboxen will, hatte die SPD die Möglichkeit, dagegen zu stimmen und zu zeigen, dass eine Demokratie nur ohne Zensur funktioniert. Im Iran haben wir jetzt gesehen, wohin eine Zensur führen kann. Auch wenn wir jetzt keine Zustände wie im Iran fürchten müssen, so muss dennoch klar sein, dass die Staatsrepressalien in der Regel schleichend kommen und eine funktionierende Zensurmöglichkeit ist ein perfekter Anfang dafür. Die weiteren Zensurmöglichkeiten stehen ja bereits an: Tauschbörsen und andere Straftaten.

Ein Teil der SPD hat erkannt, dass eine Zensur nicht gut ist und einen Parteitagsantrag eingereicht, dass die Zensur nicht durchkommen soll. Dieser ist jedoch gescheitert. Auf die SPD ist nun scheinbar nicht mehr zu hoffen, wer eine freie, unzensierte Demokratie haben möchte, zumindest hat der CCC aus dem Grund Gespräche mit der SPD abesagt, genau wie der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur.

Daher bleibt nur noch die Möglichkeit, die "kleinen" Parteien zu wählen, damit unsere Demokratie so frei bleibt wie bisher. Oder stellt euch vor, die Regierung schreibt demnächst auf, mit dem ihr Briefkontakt habt und von wo ihr den Brief geschrieben habt (mit dem Telefon und dem Internetverkehr geschieht dies bereits). Danach wird eingeschränkt, mit wem ihr Briefe schreiben dürft (wie bei der Internet-Zensur). Der letzte Schritt ist das Öffnen von Briefen, natürlich nur von potentiellen Straftaten. Schließlich werden Kinderpornos auch über die Deutsche Post verschickt!

Es wurden über 130.000 Unterschriften gegen die Internetzensur gesammelt, womit es die größte Online-Petition des Bundestages ist. Das Ergebnis ist: nichts! Bzw. etwas ist es schon: Ignoranz des Bundestages.

Die größte Hoffnung liegt nun im Bundesrat, bei dem die "kleinen" Parteien nun die Internetzensur aufhalten können.

Demonstration gegen die Absage der Intel Friday Night Game in Karlsruhe

Friday, June 12th, 2009

Computerspieler sind eine der Gruppen, die für die ältere Generation meist unnahbar ist und etwas mystisches ausstrahlt. Das sind doch die Leute, die vor dem Computer vereinsamen und sich in eine fremde Welt flüchten, weil sie in dieser nicht klar kommen. Wenn diese Spieler dann auch noch Spiele spielen, in denen Kriege simuliert werden oder man gegen andere Wesen kämpft, hat man sofort die nächsten Amokläufer in den Schulen. Selbstverständlich sind nicht diejenigen die Amokläufer, die Waffen besitzen oder an dieser vom Staat sogar ausgebildet werden. Nein, es sind immer die, die am Computer spielen.

Die Politik hat daher nach dem Amoklauf von Winnenden nicht die stattfindene Waffenmesse, auf der Waffen ausgestellt werden, die für den nächsten Amoklauf genutzt werden können, verboten. Es wurde stattdessen die Intel Friday Night Game "abgesagt". Dabei handelt es sich um eine Zusammenkunft von Computerspielern, die im Team gemeinsam spielen. Aber scheinbar ist hier keine Veranstaltung von einsam vorm Computer sitzenden Spielern abgesagt worden, sondern von Menschen wie du und ich. Diese Menschen verstehen nicht, warum eine Waffenmesse stattfinden darf, aber keine friedliche Computerspieleveranstaltung.

Hier eine Videozusammenfassung der Demonstration:

Versteht mich nicht falsch, ich bin weder gegen eine Waffenmesse noch gegen die Ausbildung an der Waffe. Beides kann durchaus Sinn ergeben, aber eine populistische Absage einer Spieleveranstaltung ist nichts, was in diesem Fall weiterhilft. Gegen Minute sechs in dem Video sprach eine Mutter von einem Spieler wahre Worte, nämlich dass die Eltern sich auch mit den Kindern beschäftigen sollen, wenn diese älter als 5 oder 6 Jahre sind. Die meisten Amokläufer sind solche, die soziale oder psychische Probleme hatten, um die sich keiner gekümmert hat. Zusätzlich konnten sie noch ungehindert an Waffen gelangen, die beispielsweise die Eltern nicht ordnungsgemäß lagerten.

Französisches Verfassungsgericht kippt Internet-Sperren Gesetz

Thursday, June 11th, 2009

Das französische Verfassungsgericht (Conseil constitutionnel) hat das Gesetz für Internet-Sperren gekippt. Das Gesetz sollte es den Behörden erlauben, einen Internet-Anschluss nach dreimaligem illegalen Download sperren zu lassen. Das Verfassungsgericht sah das Gesetz insbesondere aus folgendem Kritikpunkt als verfassungswidrig an:

Das in der Menschenrechtserklärung fest geschriebene Recht auf Informationsfreiheit kann nur von Richtern und nicht von Behörden aufgehoben werden. In der heutigen Zeit stellen Online-Dienste einen wichtigen Punkt zur Informationsfreiheit dar.

Das Modell, welches die französischen Politik durchsetzen wollten, ist das so genannte “Three strikes“, das bedeutet, dass man nach dem dritten Vergehen zur Rechenschaft gezogen wird. Insbesondere in den USA gibt es dieses Gesetz häufig und die “Rechenschaft” ist oft eine lebenslange Gefängnisstrafe. Die Musikindustrie hofft, dass sich diese Modell (wenn auch in abgeschwächter Version) auch auf die illegalen Kopien anwenden lässt.

Auf europäische Eben hat das EU-Parlament diesem Gesetz jedoch eine Absage erteilt. Jetzt bleibt es zu hoffen, dass die Entscheidung des EU-Parlaments akzeptiert wird. Und ja: Dieses EU-Parlament ist das, welches letzten Sonntag u.a. in Deutschland gewählt wurde und solche entscheidenden Gesetze mitbestimmen kann!

Heute Kinderpornografie, morgen Straftaten, übermorgen unbeliebte polititische Meinungen – Die Zensur kommt!

Saturday, June 6th, 2009

Nachdem die Politiker das Internet zensieren wollen, um Kinderpornografie zu verstecken (anstatt etwas dagegen zu tun), redet Wiefelspütz bereits davon, auch andere Straftaten durch die Zensur beseitigen zu lassen. Der nächste Schritt nach den Straftaten dürften politische Meinungen sein, die gerade nicht ins politische Bild der herrschenden Parteien ist. Man könnte mit rechts- und linksradikalen Inhalten anfangen, dann bspw. Seiten aus Ländern wie dem Iran sperren und langsam auf die gemäßigteren Seiten übergehen. Wenn die radikalen gesperrt sind, werden die nicht so radikalen im Verhältnis zur "Mitte" ja radikaler. Vielleicht werden die gesperrten Seiten ja einfach Feindseiten (angelehnt an die Feindsender) genannt. Auch wenn wir in einer parlamentarischen Demokratie leben, sehe ich ernsthafte Gefahren darin, die Freiheit der Menschen in Bezug auf Informationen durch Zensur einzuschränken. Denn wenn die Politik nichts zu verbergen hat, braucht sie diese Schritte auch nicht zu gehen.

Für die Europawahl morgen ist damit die Entscheidung gegen die SPD endgültig gefallen. Ich lasse meine Freiheit nicht einschränken!